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Ravensburger Stadtbild hat auch schlechte Seiten

Bürgerforum Altstadt zeigt Negativbeispiele bei der Jahreshauptversammlung auf


Ravensburg sz Das Bürgerforum Altstadt Ravensburg hat sich im Hotel Waldhorn in Ravensburg zu seiner Jahreshauptversammlung getroffen. In seiner Rede übte Vorstandsmitglied Volker Petzold Kritik an einigen Entscheidungen und baulichen Verfehlungen in der Stadt, wie zum Beispiel den Verkauf des Arkadengebäudes in Weißenau.

Sinnvoller wäre im Falle Weißenau die Errichtung eines Gemeindezentrums gewesen, meinte Petzold. Ebenso nannte er den Abbruch der beiden Kaplaneihäuser in der Wilhelmstrasse 2 und 4 als Negativbeispiele. Petzold monierte hier „die Sturheit des katholischen Kirchenträgers und die Gleichgültigkeit des Gemeinderats“. Kritisch wurden auch die vorab geäußerten Verkaufsabsichten des Voith-Geländes durch Oberbürgermeister Daniel Rapp gesehen. „Das sollte man erst machen, wenn alles in trockenen Tüchern ist“, so Petzold.

Ein Hoch auf die Räuberhöhle


Als positiv bewertete er hingegen den Torbogen und die Mauerrelikte an der Gaststätte „Räuberhöhle“. Nicht zuletzt durch den Einsatz des Bürgerforums wurde dieser Teil der Stadtmauer, der weit bis in die Stauferzeit zurückreicht, unter Denkmalschutz gestellt.

Weitere Beispiele zeigte Dietmar Hawran in seinem unterhaltsamen virtuellen Stadtrundgang auf. Die Vernichtung des Parks am Gänsbühl bezeichnete er als „Sündenfall Varazdiner Garten“. Die Fotos, die Hawaran wählte, um diesen Zustand zu untermalen, zeigten viel zu hohe Betonmauern, die teilweise sogar die Blickbeziehung zur mittelalterlichen Bebauung der Marktstraße und zum Obertor stören. Die Neugestaltung des Gespinstmarktes werde vom Altstadtforum sehr genau beobachtet, versprach Hawran, sei sie doch eine große Chance für die Stadtentwicklung.

Neue Hoffnung gebe es indes für den Eschersteg. Nach einer Ortsbesichtigung erfolgte nun die ordnungsgemäße Lagerung der einzelnen Teile. Ein runder Tisch soll nun klären, wie es weitergeht.

 

„Altstadtaspekte“ auf dem Markt

 

Ein besonderes Highlight bei der Jahreshauptversammlung war die Vorstellung der diesjährigen Ausgabe der „Altstadtaspekte“ durch Bodo Rudolf. Sie erscheint alle zwei Jahre und hat diesmal 130 Seiten. Rudolf dankte der fünfköpfigen Redaktion, die einen Monat Tag und Nacht daran gearbeitet haben.

Der Inhalt spiegelt die Themen wieder, die den Verein in den letzten Jahren beschäftigten: Das ist unter anderem der Hauptfriedhof, der Eschersteg, der Gespinstmarkt, die Entwicklungen in der historischen Altstadt und im gründerzeitlichen Gürtel, sowie der Veitsberg. Erhältlich sind die Altstadtaspekte ab sofortin der Buchhandlung Ravensbuch und in der Touristeninformation der Stadt. Der Erlös kommt dem Verein zugute.

Interessantes und Aktuelles bietet auch der neuentwickelte Internetauftritt des Altstadtforums. Ab sofort kann er unter www.buergerforum-altstadt-ravensburg.de aufgerufen werden.

 

Quelle: >>  Bericht Schwäbische Zeitung vom 02.12.2015